Kitab Kitab Allah: Die heiligen Schriften im Islam
Bedeutung von „Kitab Kitab Allah“
Im Islam bezeichnet der Begriff „Kitab Kitab Allah“ (die Bücher Allahs) die von Gott offenbarten heiligen Schriften, die den Menschen über seine Propheten übermittelt wurden. „Kitab“ ist das arabische Wort für „Buch“, und im Kontext des Islam bezieht es sich auf die göttlichen Schriften, die den Menschen Anleitung, Moral und göttliche Gesetze vermitteln. Diese Bücher spielen eine zentrale Rolle in der islamischen Theologie, da sie als direkte Offenbarungen Allahs betrachtet werden, die den Menschen den Weg zu einem gottgefälligen Leben weisen.
Es gibt vier Hauptbücher, die im Islam als „Kitab Kitab Allah“ anerkannt werden:
- Die Tora (Tawrat), die Moses (Musa) offenbart wurde
- Die Psalmen (Zabur), die David (Dawud) offenbart wurden
- Das Evangelium (Injil), das Jesus (Isa) offenbart wurde
- Der Koran, der dem Propheten Mohammed (صلى الله عليه وسلم) offenbart wurde
Muslime glauben, dass Allah diese Bücher als Leitfaden für verschiedene Völker zu unterschiedlichen Zeiten offenbart hat. Der Koran, als letztes Buch, wird jedoch als die abschließende und endgültige Offenbarung betrachtet, die alle vorherigen Schriften vervollständigt und übertrifft.
Die vier Bücher Allahs im Islam
Im Islam werden vier Hauptbücher als göttliche Offenbarungen anerkannt. Diese Schriften wurden verschiedenen Propheten in unterschiedlichen Epochen übermittelt und enthalten Weisheit, Gesetze und spirituelle Anleitung.
1. Die Tora (Tawrat)
Die Tora, auch bekannt als Tawrat, wurde Moses (Musa) offenbart und gilt als das heilige Buch der Kinder Israels. Sie enthält die Gesetze und Gebote Allahs, die das Leben der Israeliten nach göttlichen Grundsätzen regeln sollten. Muslime glauben, dass die ursprüngliche Tora von Allah offenbart wurde, aber im Laufe der Zeit durch menschliche Eingriffe verändert wurde. Dennoch wird die Tora im Islam hoch respektiert, da sie eine wichtige Rolle in der Geschichte der göttlichen Offenbarungen spielt.
2. Die Psalmen (Zabur)
Die Psalmen, im Islam als Zabur bezeichnet, wurden David (Dawud) offenbart. Diese Sammlung von Lobpreisungen und Gebeten enthält Weisheiten und spirituelle Lehren, die die Menschen zu einem aufrechten und gottgefälligen Leben anleiten sollten. Die Zabur wird ebenfalls als ein wichtiges Buch in der Reihe der göttlichen Offenbarungen angesehen.
3. Das Evangelium (Injil)
Das Injil, oder Evangelium, wurde Jesus (Isa) offenbart. Es ist die Botschaft von Gottes Liebe, Vergebung und der Anleitung für das Leben der Menschen. Muslime glauben, dass das ursprüngliche Evangelium Allahs Worte enthielt, aber im Laufe der Zeit ebenfalls verändert und in den heutigen Texten verfälscht wurde. Dennoch erkennen Muslime die Bedeutung des Injil als göttliche Offenbarung an, die Isa (Jesus) übermittelt wurde.
4. Der Koran
Der Koran ist die letzte und vollständigste Offenbarung Allahs, die dem Propheten Mohammed (صلى الله عليه وسلم) über einen Zeitraum von 23 Jahren offenbart wurde. Der Koran gilt als das unverfälschte Wort Gottes und wird von Muslimen als endgültige und abschließende göttliche Anleitung betrachtet. Im Gegensatz zu den vorherigen Schriften wird der Koran als unveränderlich angesehen und ist das wichtigste heilige Buch im Islam. Er enthält Vorschriften zu allen Aspekten des Lebens – von moralischen und ethischen Grundsätzen bis hin zu Gesetzen und Glaubenslehren.
Der Koran als letzte und vollständigste Offenbarung
Der Koran nimmt im Islam eine einzigartige Position ein, da er als die letzte und vollständigste Offenbarung Allahs betrachtet wird. Während die vorherigen Bücher, wie die Tora und das Evangelium, ebenfalls als göttliche Offenbarungen anerkannt werden, wird der Koran als das einzige Buch betrachtet, das vollständig und unverändert geblieben ist. Muslime glauben, dass der Koran das endgültige und umfassende Wort Gottes ist, das für alle Menschen und alle Zeiten gilt.
Im Koran wird mehrfach darauf hingewiesen, dass er die vorherigen Schriften bestätigt und sie gleichzeitig vervollständigt. In Sure Al-Ma’idah (5:48) heißt es:
„Und Wir haben dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, das bestätigt, was von den Schriften vor ihm da war, und als Wächter darüber.“
Der Koran enthält daher nicht nur Leitlinien für spirituelles und moralisches Verhalten, sondern auch detaillierte Gesetze und Gebote, die das Leben eines Muslims in allen Bereichen lenken. Er wird als das endgültige Wort Allahs angesehen, das vor Verfälschung bewahrt bleibt, und gilt als umfassender als die früheren Schriften.
Bedeutung der vorherigen Schriften im Islam
Im Islam werden die Tora, die Psalmen und das Evangelium als wichtige Offenbarungen Allahs anerkannt, die von verschiedenen Propheten übermittelt wurden. Muslime respektieren diese Bücher als Teil der göttlichen Botschaft, die Allah den Menschen in verschiedenen Epochen gegeben hat. Der Glaube an diese Schriften ist Teil des islamischen Glaubensbekenntnisses. In Sure Al-Baqarah (2:285) heißt es:
„Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt wurde, ebenso die Gläubigen. Jeder von ihnen glaubt an Allah, an Seine Engel, an Seine Bücher und an Seine Gesandten.“
Dennoch glauben Muslime, dass die ursprünglichen Texte dieser Schriften im Laufe der Zeit verändert wurden und nicht mehr in ihrer reinen Form existieren. Der Koran wird daher als die letzte und vollständige Offenbarung betrachtet, die alle vorherigen Schriften vervollständigt und korrigiert.
Der Schutz des Korans im Vergleich zu früheren Schriften
Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Koran und den früheren Schriften besteht darin, dass der Koran als vor Verfälschung bewahrt gilt. Muslime glauben, dass die früheren Schriften, wie die Tora und das Evangelium, von Menschen verändert wurden und nicht mehr den ursprünglichen Offenbarungen Allahs entsprechen. Der Koran hingegen wird als das unveränderte Wort Allahs betrachtet, das seit seiner Offenbarung in seiner originalen Form bewahrt wurde.
In Sure Al-Hidschr (15:9) sagt Allah:
„Gewiss, Wir sind es, die die Ermahnung offenbart haben, und gewiss, Wir werden ihr Hüter sein.“
Dieser Vers wird von Muslimen als Versprechen Allahs interpretiert, dass der Koran vor jeglicher Verfälschung oder Veränderung geschützt ist. Die strengen Methoden der mündlichen und schriftlichen Überlieferung des Korans haben dazu beigetragen, dass der Text seit seiner Offenbarung unverändert geblieben ist.
Die Rolle der heiligen Bücher im Glauben der Muslime
Die heiligen Bücher Allahs spielen eine zentrale Rolle im Leben eines Muslims, insbesondere der Koran, der als Leitfaden für das spirituelle, moralische und rechtliche Leben dient. Der Koran wird täglich rezitiert, studiert und als Quelle der spirituellen Führung verwendet. Muslime glauben, dass der Koran Antworten auf alle Fragen des Lebens enthält und dass er die Grundlage für ein gottgefälliges Leben bildet.
Neben dem Koran nehmen Muslime auch die Lehren der früheren Schriften ernst. Sie respektieren die Tora, die Psalmen und das Evangelium als Teil der göttlichen Offenbarungen, die den Menschen gegeben wurden. Diese Bücher spielen jedoch keine aktive Rolle im täglichen spirituellen Leben der Muslime, da der Koran als die abschließende und unveränderliche Offenbarung betrachtet wird.
Moderne Interpretationen und das Studium der Bücher Allahs
In der heutigen Zeit haben muslimische Gelehrte die Rolle der heiligen Schriften im Islam intensiv untersucht und interpretiert. Während der Koran als das zentrale heilige Buch im Islam gilt, gibt es verschiedene Ansichten darüber, wie die früheren Schriften heute verstanden und verwendet werden sollten.
Moderne Gelehrte betonen, dass der Koran in einer Weise interpretiert werden sollte, die sowohl die zeitlose Botschaft des Islam widerspiegelt als auch auf die aktuellen Herausforderungen der modernen Welt eingeht. Es wird betont, dass der Koran weiterhin als Grundlage für moralische und ethische Entscheidungen dient und dass er als Quelle für Gerechtigkeit, Mitgefühl und spirituelle Weisheit herangezogen werden sollte.
Im Hinblick auf die früheren Schriften gibt es Diskussionen darüber, inwieweit die heutigen Versionen der Tora und des Evangeliums mit den ursprünglichen Offenbarungen übereinstimmen. Muslime erkennen an, dass diese Bücher eine historische und theologische Bedeutung haben, aber sie verlassen sich primär auf den Koran als endgültige Offenbarung.